Ich möchte meine Drohne selber bauen – was ist zu beachten?

Eine Drohne selber bauen? Das ist ein tolles Projekt, bei dem man während des Aufbaus praktisches Technik-Wissen sammeln kann und am Ende ein flexibles Flugobjekt hat, das für eine Vielzahl an Zwecken brauchbar ist.

Auf dieser Seite finden Sie wichtige Informationen und Antworten auf Fragen, die Ihnen den Einstieg in dieses Zukunfts-Hobby erleichtern. Ob Sie direkt einen großen Video-Hexakopter oder nur mal eben eine kleine Drohne selber bauen möchten, spielt dabei keine Rolle – jeder Copter baut auf denselben Grundlagen auf.

Falls sich weitere Fragen ergeben, scheuen Sie nicht zurück, uns über das Kontaktformular zu kontaktieren. Viel Spaß beim Lesen und beim Aufbau Ihrer eigenen Drohne!

Hier finden Sie:

Welche verschiedenen Drohnen-Arten gibt es?

Die Bauweise eines Tricopters

Tricopter

Ein Tricopter ist mit drei Rotoren ausgestattet, die in einer T-Form angeordnet sind. Dabei zeigen zwei der Rotoren nach vorne, während der dritte, hintere Rotor an einem Servo zum Schwenken angebracht ist. Diese Art von Drohne ist relativ schwer zu fliegen und nicht für Anfänger geeignet.

Die Bauweise eines Quadrocopters

Quadrocopter

Ein Quadrocopter ist die meistverwendete Bauart von Drohnen und somit bestens für Anfänger geeignet. Es sind 4 Rotoren entweder in einer X oder + Kombination angeordnet, sodass 2 Achsen entstehen, auf denen der Copter geneigt werden kann. Im Vergleich einem Tripcopter fliegt ein Quadrocopter wesentlich stabiler, was durch die Anzahl und Anordnung der Rotoren begründet ist. Wenn Sie Ihre erste Drohne selber bauen möchten, ist ein Quadrocopter in X-Konfiguration sehr zu empfehlen, da dieser den besten Einstieg ermöglicht und technische Erweiterungen zulässt.

Die Bauweise eines Hexacopters

Hexacopter

Ein Hexacopter weist aufgrund seiner 6 Rotoren stabilere Flugeigenschaften auf und kann gleichzeitig größere Lasten tragen. Hexacopter werden vor allem für Video-Aufnahmen und professionelle Projekte genutzt, um ruhigere Aufnahmen zu erreichen. Außerdem kann ein Hexacopter mit entsprechender Software-Programmierung beim Ausfall eines Rotors sicher landen, indem die Drehzahl an den fünf verbleibenden Motoren angepasst wird. Um diese Art von Drohne selber bauen und vor allem fliegen zu können, sollte man bereits ein wenig Erfahrung aus dem Modellbau- / RC-Bereich mitbringen.

Die Bauweise eines Octocopters

Octocopter

Ein Octocopter besitzt dem Namen entsprechend acht Rotoren, die somit die höchste Flugstabilität erreichen und große Lasten tragen können. Solche Copter werden für sehr schwere Gewichte (bspw. Technik-Equipment) und hochprofessionelle Filmaufnahmen verwendet, sodass sie somit Einsteigern in keiner Weise zu empfehlen sind.


Darf man überhaupt eine Drohne selber bauen?

Oft wird gefragt, ob man überhaupt eine Drohne selber bauen darf. Die Antwort ist kurz und knackig: Ja, darf man! Es gibt keine Altersbeschränkung. Rechtliche Beschränkungen gibt es allein beim Flug und der Steuerung der Drohne. Informationen dazu finden Sie weiter unten bei den rechtlichen Hinweisen.

Einsatzbereiche von Drohnen

Die Verwendungsmöglichkeiten von Drohnen sind erstaunlich groß und werden mit der technischen Weiterentwicklung stetig ausgeweitet.

Kleine Spielzeugdrohnen sind bereits für Kinder eine gute Übung und Training für Geschick und Koordinationsvermögen. Dabei gibt es sowohl Mini-Drohnen für das Fliegen im Haus, als auch etwas größere Drohnen, um auch bereits beim Fliegen mit Wind Erfahrung zu machen.

Einfache Einsteiger-Quadrocopter werden meist zur Gewöhnung an die Flugeigenschaften verwendet und können auch bereits gute Luftaufnahmen bieten. Diese Art von Drohnen findet man vor allem auf großen fluggeigneten Flächen und Modellflugplätzen.

Hexacopter sind hauptsächlich für stabile Aufnahmen aus der Luft geeignet, sodass vor allem schwereres Technik-Equipment (Kamera, GPS, größere Akkus) an Hexacoptern vorzufinden sind. Auch hier sind die Einsatzmöglichkeiten sehr breit aufgestellt: Vom einfachen Hexacopter bis zur teilautomatisierten Drohne sind alle Varianten umsetzbar.

Octocopter sind seltener zu sehen, da diese hauptsächlich für sehr schwere Lasten und hochprofessionelle Einsätze genutzt werden.

Sowohl Quadrocopter, als auch Hexa- und Octocopter werden zunehmend auch gewerblich verwendet. In der Wissenschaft dienen diese bspw. dem Zweck der Untersuchung von Großflächen oder Flächen, die dem Menschen unzugänglich sind. In der Landwirtschaft gibt es bereits vollautomatische Drohnen, die die Landflächen überwachen und Auskunft über die Beschaffenheit geben. Auch die Polizei möchte verstärkt Drohnen selber bauen und auf die entsprechenden Einsatzzwecke abstimmen. Es wurden bereits mehrere Demonstrationen von Drohnen begleitet, um die Lage besser überwachen und koordinieren zu können.

Drohnen dringen somit immer mehr in den Alltag ein und übernehmen vorteilhaft Aufgaben, die auf anderem Wege schwer zu bewältigen wären. Wenn Sie eine Drohne selber bauen, werden Ihnen zunehmend neue Ideen für Einsatzzwecke in den Kopf schießen – die Möglichkeiten sind unbegrenzt!

Drohne selber bauen oder kaufen?

Nun stellt sich die Frage, ob man zur Fertig-Drohne greifen oder lieber doch eine eigene Drohne selber bauen sollte. Dies hängt vordergründig von den eigenen Ansprüchen und Vorhaben ab:

Beabsichtigen Sie, eine Drohne für Kinder zu kaufen, sollten Sie zu einer günstigen RC-Drohne greifen. Falls Sie keine Zeit oder Nerven für einen Eigenbau haben, gibt es auch sehr gute professionelle Drohnen-Modelle, die jedoch oft teuer sind. Ist Ihr Vorhaben jedoch, eine flugstabile und sichere Drohnentechnik im Eigenbau zu erreichen, empfehlen wir, die Drohne selber zu bauen. Das hat zwei einfache Gründe: Beim Drohne selber bauen bestimmen Sie welche Teile zum Einsatz kommen und haben die völlige Kontrolle und das komplette Wissen über Einstellungen, Software, Aufbau etc. Dies erleichtert vor allem das Ersetzen von Teilen bei Schäden und zusätzlich wird das Erweitern von Bestandteilen ermöglicht, was bei einer Fertig-Drohne nicht gegeben ist – hier können Reparaturen oft teuer werden und Erweiterungen sind bei einem Komplett-System nicht immer möglich.

Hinzu kommt, dass Sie beim Drohne selber bauen massig an Technik-Wissen aufnehmen, was Ihnen wiederum Zeit und Geld erspart, falls etwas kaputt gehen sollte oder Sie die Drohnen-Technik auf ein neues Level bringen möchten. …Und seien wir mal ehrlich: Man hat auch ein ordentliches Erfolgserlebnis, sobald die eigene Drohne in der Luft steht! ;-)

Wieviel Geld ist nötig, um eine Drohne selber bauen zu können?

Geld Diese Frage lässt sich nicht pauschalisieren, da sie von der Art der Drohne und den zu Verfügung stehenden Werkzeugen abhängt. Da das Budget jedoch am Anfang oft knapp bemessen ist, um eine Drohne selber bauen zu können, finden Sie hier eine grobe Einschätzung:

Eine erste Drohne kann man bereits für 200-300€ selber bauen. Diese wird stabil fliegen und eignet sich vor allem für Einsteiger, die sich erstmal mit dem Flugverhalten einer Drohne vertraut machen möchten. Sollen beim Drohne selber bauen Erweiterungen hinzugefügt werden, erhöht dies entsprechend das nötige Budget. GPS kann man für schätzungsweise 100€ (mit entsprechendem Flug-Controller) hinzufügen und eine Live-Übertragung per Kamera auf einen Bildschirm ist ab 200€ machbar. Sollen hochwertigere und leistungsstärkere Teile beim Drohne selber bauen zum Einsatz kommen, so kann sich der Preis auch schnell verdoppeln.

Sie sehen: Es hängt stark von den verwendeten Teilen und den gewünschten Funktionen der Drohne ab. Somit kann man einen günstigen Erst-Copter in die Preisspanne von 200-400€ einordnen, während Erweiterungen und leistungsstärkere Bestandteile den Preis schnell auf 1000€ und mehr anheben können. Für einen ordentlichen Hexacopter sollte man jedoch um die 1000€ in die Hand nehmen. Wer einen professionellen Octocopter als Drohne selber bauen möchte, muss ein Budget von mehr als 1500€ einplanen.

Eine Drohne selber bauen – das Equipment

Werkzeug Um erfolgreich eine Drohne selber bauen zu können, ist natürlich entsprechendes Equipment erforderlich. Essenziell sind Inbus-Schlüssel, Schraubendreher und Kabelbinder. Falls man beim Drohne selber bauen Kabel verlängern muss, oder Kontakte an eine Platine löten muss, benötigt man einen Lötkolben mit Lötzinn und gegebenenfalls Schrumpfschlauch zum Überdecken des freien Kontakts. Generell ist im Umgang mit Kabeln (Schneiden etc.) ein vernünftiger Seitenschneider zu empfehlen. Auch kann eine kleine Zange beim Drohne selber bauen helfend zur Seite stehen, falls bestimmte Teile während einer Montage festgehalten werden müssen. In seltenen Fällen kann auch eine Pincette zum Einsatz kommen, wenn sehr kleine Teile befestigt werden müssen oder man ein Werkzeug für sehr kleine Lücken benötigt.

Solch Werkzeug ist aber meist im eigenen Haushalt vorhanden und kann sonst sehr günstig im Internet gekauft werden. Mehr als 20€ muss man für das nötige Equipment nicht ausgeben, um eine Drohne selber bauen zu können.

Bausatz oder eigene Zusammenstellung von Einzelteilen?

Möchten Sie eine Drohne selber bauen, ist die Frage, ob man besser zu einem Bausatz greift oder sich die nötigen Teile selber zusammensucht, völlig berechtigt und von hoher Relevanz, da auch diese zum Erfolg Ihrer ersten selbstgebauten Drohne beiträgt. Auch bei Bausätzen, die einem das Drohne selber bauen ermöglichen sollen, sind mehrere Dinge zu beachten:

Als erstes sollten Sie überprüfen, ob Meinungen von Käufern über den Bausatz verfügbar sind und diese auswerten. Außerdem ist es nützlich, sich Bewertungen zu den einzelnen Bauteilen online anzusehen, um einen guten Überblick über Vor- und Nachteile zu erhalten. Ganz wichtig ist, dass Sie sich den Umfang des Bausatzes klar machen: Welche Teile sind vorhanden und welche fehlen, um einen voll funktionsfähigen Copter zu bauen? Vorteil von Bausätzen ist, dass die Kompatibilität der Teile in den allermeisten Fällen gegeben ist und man so gut aufeinander abgestimmte Bauteile erhält, die miteinander harmonieren. Trotz dessen ist eine genaue Überprüfung der Teile von Nöten, da günstige Preise locken und man schnell von schlechter China-Ware überrascht werden kann.

Teileliste Bei einer eigenen Zusammenstellung kommt zu den oben genannten Kriterien der Aspekt der Kompatibilität hinzu. Teile, die nicht miteinander harmonieren, möchte niemand zum Drohne selber bauen verwenden, sodass hier eine genaue Recherche Geld und Nerven erspart. Um eine gute Wahl der Teile zu treffen, gibt es im Web Vergleiche und Testberichte, die einem den Rechercheaufwand erleichtern. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Fragen in Foren zum Thema Drohnen und Multicopter zu stellen oder entsprechende Themenbeiträge zu lesen und wichtige Informationen zu filtern. Eine sehr gute Quelle können sogenannte „Build-Logs“ sein, bei denen man den Bau von Drohnen nachvollziehen kann und anhand der gezeigten Flugeigenschaften entscheiden kann, ob die verwendeten Bauteile passen, um die eigene Drohne selber bauen zu können.

Somit sind stellen Bausätze nach ausreichender Prüfung eine gute Möglichkeit dar, aufeinander abgestimmte Drohnen-Bauteile zu erhalten, um seine Drohne selber bauen zu können, während das selbstständige Zusammensuchen einer eigenen Teileliste mehr Konfigurationsfreiheit hinsichtlich der eigenen Vorstellung von Leistung, Gewicht, Erweiterungen etc. zulässt.

In welchen Shops finde ich Teile, um meine Drohne selber bauen zu können?

Sie möchten eine Drohne selber bauen, aber wissen nicht, wo gute und passende Bauteile bestellbar sind und wie sich die einzelnen Shops unterscheiden? Hier finden Sie eine Auflistung der 6 bekanntesten Shops zum Drohne selber bauen, die eine breite Palette an Drohnenteilen bieten.

Hobbyking Logo

Hobbyking.com
Hobbyking ist wohl der bekannteste Onlineshop, was Drohnen angeht. Hier findet man die meisten drohnenrelevanten Produkte und hat direkt Bewertungen, Tipps und weitere kompatible Bestandteile auf einen Blick. Allerdings sollte man immer „EU“ als Lagerstandort wählen, da eine Lieferung aus den USA, China oder aus anderen Ländern teuer werden kann, mehrere Wochen dauert und man gegebenenfalls auf Zoll-Probleme stößt. Beim EU-Lager hat man diese Probleme nicht und erhält seine Ware schon innerhalb einer Woche. Außerdem bietet Hobbyking einen 24 Stunden Support Service, wo zum Beispiel produktspezifische Fragen gestellt werden können.

Premium-Modellbau Logo

Premium-Modellbau.de
Der Premium-Modellbau Shop ist ein deutscher Laden, der ein breites Angebot an Drohnenteilen bietet und bestens für Bestellungen zum Drohne selber bauen geeignet ist. Ab 100€ Bestellwert zahlt man keine Versandkosten und erhält die Lieferung innerhalb weniger Tage. Lobenswert ist der Support, der einem auf Wunsch eine Teileliste zusammenstellt und konkrete Fragen beantwortet. Der Premium Modellbau Onlineshop bietet Produkte von vielen bekannten und guten Marken an (bspw. T-Motor, Tarot, Emax, Gemfan, FrSky, T-Drones, DYS, ImmersionRC und Flysight).

Flyduino Logo

Flyduino.net
Flyduino bietet seit 2011 hauseigene Waren und weitere Markenprodukte rund um das Thema Multikopter an. Der deutsche Shop versendet Bestellungen meist direkt am nächsten Tag und manchmal auch am gleichen Tag der Bestellung. Wenn Sie Ihre Drohne selber bauen möchten, finden Sie hier passende Kleinteile und vor allem gute elektronische Steuerungen.

XXL-Modellbau Logo

XXL-Modellbau.de
XXL-Modellbau ist ein deutscher Onlineshop, der hochwertige Multicopterteile mit angenehmen Lieferzeiten bietet. Viele RC-Piloten, die ihre Drohne selber bauen, haben Vertrauen in diesen Onlineshop und loben die hohe Qualität der in Deutschland gefertigten Produkte.

Vicaopter Logo

Viacopter.eu
Viacopter ist ein dänischer Coptershop, der Produkte auch EU-weit versendet. Die Lieferzeiten betragen dabei ca. 2-4 Tage. Dieser Shop ist einen Blick wert – hier kann man oft gute Produkte finden.

Multiwiicopter Logo

Multiwiicopter.com
Manche spezielle Drohnenteile lassen sich nur im australischen Multiwiicopter-Shop finden. Ab einer Bestellhöhe von 400 USD wird kostenlos nach Deutschland geliefert. Die Qualität der Produkt ist sehr gut, allerdings sollte man hier nur kaufen, wenn man sich hundertprozentig sicher ist, dass es das nötige Produkt in keinem deutschen Shop gibt, da die Lieferzeiten entsprechend länger sind eine potenzielle Rücksendung bis nach Australien auf eigene Kosten von Statten geht.

Welche Flugcontroller sind zu empfehlen?

Über den richtigen Flugcontroller streiten sich die Gemüter der Drohnen-Piloten. Im Internet findet man sowohl positive, als auch negative Meinungen zu jedem Flugcontroller, was einen als Beginner schnell verwirren kann. Wahrscheinlich möchten Sie Ihre Drohne selber bauen und dazu den besten Flugcontroller einsetzen. Hier müssen wir allerdings enttäuschen: Den besten Flugcontroller gibt es nicht. Jeder Controller hat unterschiedliche Funktionen, Kompatibilitäten, Ausführungen und Einsatzzwecke. Was es allerdings geben kann, ist der „passende Flugcontroller“. Es lässt sich eine grobe Einordnung und Empfehlung der einzelnen Controller geben, die auf den allgemeinen Erfahrungen und durchschnittlichen Verwendungszwecken beruht. Welcher Flugcontroller allerdings für Sie speziell am besten ist, entscheiden Sie.

Für den Beginn raten wir: Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf über die Wahl des Flugcontrollers, verwenden Sie einen Ihnen hier vorgeschlagenen und lernen Sie ihn kennen! Später kann man gegebenenfalls einen anderen Controller verwenden und die gemachten Erfahrungen vergleichen. Im Folgenden finden Sie eine grobe Einordnung der gängigsten Flugcontroller in verschiedene Einsatzbereiche und –zwecke.

Flugcontroller Kategorie
CC3D Einsteiger / Allrounder
Naze32 Einsteiger / Mini-Quadrocopter
Flyduino KISS Racing / Freestyle
Lumenier LUX Racing / Freestyle
DJI NAZA MV2 Allrounder / Fortgeschrittene Luftaufnahmen
APM 2.6 Allrounder / Fortgeschrittene Luftaufnahmen
Tarot XYZ-M Allrounder / Fortgeschrittene Luftaufnahmen
DJI A3 Professionelle Videoaufnahmen
3DR PixHawk Professionelle Drohnenprojekte / Automatisierte Drohne

Welche Akkus verwendet man zum Drohne selber bauen?

Lipo Akku Wer eine Drohne selber bauen möchte, sollte sich auch Gedanken über den richtigen Akku machen. Bei fast allen Drohnen, die in den Himmel aufsteigen, werden sogenannte „Lipo-Akkus“ verwendet. Lipo steht in dem Fall für Lithium-Polymer-Akkumulator. Diese Art von Akku bringt sämtliche Vorteile mit sich: Aufgrund der chemischen Konstellation, läuft solch ein Akku nicht Gefahr, auszulaufen, sodass kein Gehäuse benötigt wird, was eine hohe Gewichtsersparnis darstellt. Das erlaubt Lipo-Akkus leichter und kleiner als gewöhnliche Akkus zu sein, was den Einsatz in Drohnen rechtfertigt.

Wichtig bei der Handhabung mit dieser Art von Akku ist, ihn keinen hohen mechanischen Belastungen auszusetzen und nicht aus großer Höhe fallen zu lassen, da dies starke Schäden hervorrufen kann. Dass der Akku nicht mit Wasser in Berührung kommen sollte, versteht sich von selbst – dazu kommt der Hinweis auf eine kühle und trockene Lagerung.

Falls Sie feststellen sollten, dass sich Ihr Lipo aufgebläht hat, stechen Sie bitte niemals mit einem spitzen Gegenstand hinein, sondern entsorgen Sie den Akku umgehend fachgerecht (Wertstoffhof, Sammelbox im Supermarkt, Händler). Kleine Lipo-Akkus erhält man bereits für 10 Euro, wobei leistungsstärkere Akkus auch mehr als 50 oder 100 Euro kosten können.

Wie und womit wird die Drohne gesteuert?

Fernsteuerung Für Spielzeugdrohnen wird meist eine einfache 2-Knüppel-Steuerung mitgeliefert, die eine sehr einfache Handhabung der Drohne zulässt. Außerdem gibt es bei manchen Fertig-Coptern die Möglichkeit, das Ganze per Handy oder Tablet via Bluetooth zu steuern. Für stabile Flugdrohnen werden jedoch größere Fernbedienungen mit mehr Funktionen verwendet. Diese übertragen die Signale auf mehreren Kanälen per 2,4Ghz-Band über Funk an den Copter, der die Befehle am Sender empfängt, im Flugcontroller verarbeitet und an den Rotoren umsetzt. Solche Fernsteuerungen bestehen im Grunde aus 2 Knüppeln, wobei jeweils die Gesamtdrehzahl der Motoren gesteuert, der Copter nach vorne, nach hinten, nach rechts und nach links geneigt werden kann und zusätzlich das Rotieren um die eigene Achse möglich ist.

Fernbedienungen dieser Art können zusätzlich Schalter, Potentiometer (Drehregler) und ein Display besitzen. Schalter können bei fortgeschrittenen Drohnen dazu verwendet werden, um bspw. eine LED-Beleuchtung ein- und auszuschalten, Flugmodi umzuschalten oder GPS-Funktionen zu aktivieren. Drehregler sind gute Werkzeuge, um die Neigung einer an der Drohne befestigten Kamera zu ändern und somit während des Fluges die Kamera auf verschiedenen Achsen zu bewegen. Auf einem eingebauten Display können flugrelevante Informationen ausgegeben werden.

Jedes Fernsteuerungsmodul des Geräts beansprucht einen eigenen Kanal. Für eine einfache Drohne ist eine Fernbedienung mit mindestens 6 Kanälen zu empfehlen. Möchten sie erstmal eine kleine erste Drohne selber bauen, bieten sich günstigere Fernsteuerungen in einer Preisspanne von 50 bis 120 Euro an, während für fortgeschrittene oder professionelle Projekte Fernsteuerungen im Wert von über 200 Euro im Einsatz sein können. Für den normalen Hobby-Piloten, der seine Drohne selber bauen möchte, reicht jedoch eine günstige Fernsteuerung völlig aus, sofern die entsprechende Qualität gegeben ist.

Womit kann ich die Drohne später erweitern?

Um eine fortgeschrittene Drohne selber bauen zu können, sollte man sich vorher überlegen, welche Erweiterungen den gewünschten Zweck erfüllen und inwieweit diese auf den bereits vorhandenen Copter abzustimmen sind.

GoPro Kamera: Eine Kamera an Ihre Drohne zu montieren, wird höchstwahrscheinlich die erste gewünschte Erweiterung sein. Für eine Drohne lassen sich am besten sogenannte Action-Cams wie eine Go-Pro verwenden, da diese klein und robust sind, aber gleichzeitig scharfgestochene Aufnahmen liefern und Auswirkungen von Vibrationen auf das Bild mindern können.

Gimbal: Befestigt man eine Kamera direkt an der Drohne, wird die Kamera mit jedem Schwenk der Drohne mitschwenken, sodass das aufgenommene Video unruhig aufgenommen werden kann. Um diesem entgegenzuwirken gibt es sogenannte Gimbals, die im Grund aus ein bis drei Achsen bestehen und die Kamera ausgleichen.
GimbalNeigt man den Copter nach rechts, so neigt das Gimbal die Kamera nach links und gleicht den Schwenk somit direkt aus, sodass im aufgenommenen Video kein Anzeichen vom Schwenken der Drohne zu sehen ist. Ein Gimbal verwendet für die Achsenrotation Servos, die je nach Modell in einer Anzahl von ein bis drei Stück vorkommen können. Bei einem Servo wird nur eine Achse ausbalanciert, sodass die Kamera zwar nicht mit nach rechts und links schwenkt, jedoch die Neigung nach vorne und hinten (oder andersherum) aufgenommen wird.
Die meistverwendete Art eines Gimbals balanciert die Kamera auf zwei Achsen aus, sodass ein komplett ruhiges Bild entsteht. Um Aufnahmen um die eigene Achse herum zu machen, muss die Drohne im Flug entsprechend rotieren. Ein Gimbal mit drei Achsen setzt auch dieser Bedingung ein Ende, sodass die Kamera auch um die eigene Achse schwenkbar gemacht wird, ohne die Drohne dafür drehen zu müssen.

Einfahrbares Landegestell Einfahrbares Landegestell: Je nach Art des Drohnengestells kann es vorkommen, dass im aufgenommenen Video am Rand Teile der Drohne (z.B. Standfüße) zu sehen sind. Um diesem Problem entgegenzuwirken, kann man, wenn man seine Drohne selber bauen möchte, ein einfahrbares Landegestell montieren. Dieses wird an der Drohne mit dem Empfänger der Fernbedienung verknüpft, sodass über einen Schalter an der Fernbedienung das Landegestell einfährt und kein Objekt der Drohne mehr im Aufnahmewinkel der Kamera liegt.

GPS: Die Drohne mit einem GPS-Modul zu erweitern ist ein sehr vorteilhafter Anbau! Abhängig vom Flugcontroller hat man dann die Möglichkeit, die Drohne auf einer Höhe vollkommen von alleine fliegen zu lassen oder sogar in einem Raum von ca. 3m Durchmesser auf allen Achsen schweben zu lassen, ohne die Richtung ausgleichen zu müssen. Die Drohne erkennt automatisch, wenn Sie durch Wind oder andere äußere Einflüsse (außer von der Fernsteuerung) von der Position abweicht und korrigiert dies völlig automatisch. Das ist vor allem in Kombination mit einer Kamera und Gimbal praktisch, da so die Luftaufnahmen noch stabiler und ruhiger werden und das Fliegen aufgrund des Haltens der Position viel sicherer wird.
GPS ModulWenn Sie ihre Drohne selber bauen, sollten Sie vor dem Kauf des Flugcontrollers auch drauf achten, ob dieser eine „Return-To-Home-Funktion“ besitzt, falls dies gewünscht ist. Diese Funktion ermöglicht es in Kombination mit einem GPS-Gerät auf Knopfdruck automatisiert in einer vorgegebenen Höhe zum Startpunkt zurückzukehren und dort gegebenenfalls sogar zu landen. Sollten Sie Ihre Drohne bis außerhalb der Reichweite Ihrer Fernsteuerung gebracht haben, sodass die Verbindung abbricht, kann in Kombination mit einem Flugcontroller, der die „Failsafe-Funktion“ besitzt, die Drohne gerettet werden, indem diese bei Verbindungsabbruch selbstständig in den Empfangsbereich zurückfliegt.
Sie sehen: GPS bringt sehr viele praktische Funktionen und Möglichkeiten mit sich. Dennoch empfehlen wir Anfängern, die eine Drohne selber bauen, das Fliegen erst einmal ohne GPS-Modul zu erlernen, um das Flugverhalten der Drohne bei Wind zu kennen und das eigene Ausgleichen per Fernsteuerung zu üben.

FPV: FPV steht für First-Person-View und beschreibt somit die Möglichkeit, den Flug der Drohne von der Nase des Copters aus zu betrachten und somit aus dessen Perspektive zu fliegen. Dazu wird das Bild einer am Copter angebrachten Kamera nach unten auf einen Monitor oder eine FPV-Brille übertragen, sodass man direkt live aus Perspektive der Kamera sieht, wo sich die Drohne befindet.
FPV BrilleAuf technischer Seite wird am Copter ein Video-Sender angebracht, der mit der verwendeten Kamera verknüpft wird. Es gibt spezielle FPV-Kameras, jedoch kann auch das Videosignal einer GoPro per „Live-Out-Kabel“ an den Sender weitergegeben werden.
Am Boden gibt es 2 Möglichkeiten: Ein Monitor oder eine FPV-Brille. Als Monitor kann man jeden Bildschirm verwenden, der groß genug ist und einen passenden Video-Eingang besitzt. Hier werden meist Monitore in der Größenordnung von 7 Zoll und mehr verwendet. Es gibt außerdem Monitore, an denen der Empfänger mitsamt Akku direkt angebracht ist. Dies erspart lästiges Kabelgewirr und bietet die Möglichkeit, alles direkt an der Fernsteuerung zu befestigen. Eine FPV-Brille kostet mehr als das Dreifache, bietet jedoch ein ganz anderes Fluggefühl. Man sieht das live übertragene Bild direkt vor den Augen, als säße man im Copter drin. Außerdem ist das Problem von Monitor-Reflektion der Sonne nicht vorhanden und man kann sich völlig auf den Flug konzentrieren.
Sowohl Sender als auch Empfänger sollten über gute Antennen verfügen, die eine entsprechende Reichweite garantieren. Diese liegt bei durchschnittlichen Modellen zwischen 150m und 1000m.

Wieviel wiegt eine Drohne?

Das Gewicht spielt bei Drohnen eine der wichtigsten Rollen: Je leichter die Drohne, desto länger fliegt sie, da weniger Strom verbraucht wird, um das Gewicht zu heben. Wenn Sie eine Drohne selber bauen möchten, ist es wichtig, diese Abhängigkeit im Hinterkopf zu haben. Versuchen Sie, so wenig unnötiges Gewicht wie möglich Ihrer Drohne hinzuzufügen, um die maximale Flugdauer zu erreichen.

Das Gewicht ist natürlich abhängig von den verwendeten Teilen und lässt sich somit nicht pauschalisieren. Um jedoch Werte zu nennen, kann man sagen, dass eine selbstgebaute, durchschnittliche Einsteiger-Drohne zwischen 1 und 3kg wiegt. Ein Gewicht von 5kg sollte nicht überschritten werden, da dafür eine Aufstiegserlaubnis eingeholt werden muss – mehr dazu finden Sie weiter unten.

Wie transportiert man eine Drohne?

Drohne mit einklappbaren Armen Möchte man eine Drohne selber bauen und anschließend mit in den Urlaub oder zu anderen Aktivitäten mitnehmen, stellt sich die Frage, wie das Ganze am besten zu transportieren ist. Hier sollte man sich bereits vor dem Drohne selber bauen informieren, da es essenzielle Vorinformationen gibt, die einem diese Frage später erleichtern.

Es gibt Copter mit einklappbaren Armen, die somit viel Platz sparen. Bei Coptern kleinerer Größe (< 50cm Durchmesser) ist solch eine Funktion jedoch nicht zwingend notwendig, da Drohnen dieser Größe nicht unbedingt viel Platz einnehmen. Zum Transport werden lediglich die Propeller demontiert und gegebenenfalls bei nicht einklappbaren Armen diese ebenfalls entfernt.

Um die Drohne sicher zu transportieren, sollte man sich über eine passende Box oder Tasche Gedanken machen. Hier reicht eine gut gesicherte Eigenkonstruktion völlig aus. Wer sich diese Arbeit sparen möchte, kann zu Transportkoffern / -taschen in passender Größe greifen.

Der Transport einer Drohne ist also leichter und kostengünstiger als man vielleicht zu Beginn meint. Viel Erfolg beim Drohne selber bauen und transportieren!

Wie lange kann eine selbstgebaute Drohne fliegen?

Die Flugzeit einer selbstgebauten Drohne hängt vordergründig vom Gewicht und dem verwendeten Akku ab. Durch ein höheres Gewicht wird mehr Akku-Leistung verbraucht, da die Motoren mehr Strom benötigen, um das höhere Gewicht anzuheben. Dies führt gegebenenfalls zum Konflikt zwischen Akku und Gewicht: Ein Akku mit höherer Kapazität ist auch gleichzeitig schwerer, was wiederum die Flugzeit beeinflusst. Hierbei ist es wichtig, die perfekte Mitte zwischen Akku-Größe und Gewicht zu finden, um eine angenehme Flugzeit zu erreichen.

Generell kann man datentechnisch sagen, dass die durchschnittliche Flugzeit beim Drohne selber bauen auf etwa 10 bis 20 Minuten hinausläuft. Darüber hinaus darf allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass auch leistungsstärkere Copter gebaut wurden, die eine Flugzeit von 30 Minuten übersteigen.

Welche rechtlichen Vorschriften gibt es beim Fliegen, wenn ich mein Drohne selber bauen möchte?

Drohne selber bauen - RechtlichesErst einmal gelten sowohl für Fertig-Copter als auch Eigenkonstruktionen dieselben rechtlichen Vorschriften. Diese beziehen sich allerdings auf das Fliegen der Copter und nicht auf den Bau dieser.

§1 Benötige ich eine Erlaubnis?

Bei Drohnen mit einem Abhebgewicht, das unter 5kg liegt, ist keine Aufstiegserlaubnis nötig. Für alle Drohnen, die ein Abhebgewicht von 5kg überschreiten, ist diese Genehmigung einzuholen.

§2 Wo darf ich meine Drohne fliegen lassen?

Generell darf eine Drohne bis auf folgende Ausnahmen überall geflogen werden:

§3 Wie hoch darf ich meine Drohne steigen lassen?

Außerhalb unerlaubter Fluggebiete darf die Drohne bis zu 100 Meter aufsteigen, muss allerdings immer in Sichtweite des Piloten bleiben.

§4 Darf ich die Drohne gewerblich nutzen?

Ja, Ihre Drohne dürfen Sie selbstverständlich für gewerbliche Zwecke nutzen. Dazu ist allerdings eine Aufstiegsgenehmigung einzuholen, die vom Luftfahrtbundesamt des jeweiligen Bundeslands vergeben wird. Diese kostet 250 Euro bei einer Laufzeit von 2 Jahren. Außerdem ist hierbei eine spezielle Haftpflichtversicherung nötig.

§5 Wo darf ich mit der Drohne filmen?

Solange allein Landschaftsaufnahmen entstehen, ist das Filmen unbedenklich. Auch das Filmen von so großen Menschenmassen, sodass einzelne nicht erkennbar sind, ist gestattet (solange nicht über der Menschenmenge selbst geflogen wird). Ist flüchtig ein Gesicht zu erkennen oder unbeabsichtigt eine Person gefilmt worden, ist mit strafrechtlichen Sanktionen nicht zu rechnen. Gezieltes Filmen von Personen, ohne von diesen eine Erlaubnis eingeholt zu haben, verletzt allerdings deren Persönlichkeitsrechte und greift in die Privatsphäre ein. Somit gilt: Solange in erlaubten Flächen geflogen wird und Personen nicht gezielt gefilmt und nicht erkennbar sind, ist das Filmen unbedenklich.

§6 Benötige ich eine Versicherung?

Eine Haftpflicht-Versicherung ist für jeden Copter-Piloten seit 2005 Pflicht. Diese ist beispielsweise durch einen örtlichen Modellflug-Verein erhältlich oder den Deutschen Modellflieger Verband (DMFV). Eine günstige Alternative stellt die Versicherung der Deutschen Modellsport Organisation (DMO) dar – diese kostet etwa 40 Euro pro Jahr.

§7 Welche Sendefrequenzen sind einzuhalten?

Wenn Sie Ihre Drohne selber bauen, sollten Sie darauf achten, dass bestimmte Frequenzen nicht überschritten werden, da dies rechtlich geahndet werden kann. Auf dem 5,8GHz-Band dürfen mit maximal 25mW und auf dem 2,4GHz-Band mit maximal 10mW gesendet werden. Diese Frequenzen sollten bei Fernsteuerung/Empfänger und FPV-Systemen beachtet werden.

Welche Teile dürfen nicht verwendet werden?

Es dürfen prinzipiell alle kompatiblen Bauteile zum Drohne selber bauen verwendet werden. Allein bestimmte Frequenzbereiche müssen eingehalten werden. So darf auf dem 2,4GHz-Band (meist Sender von Fernsteuerungen) mit höchstens 10mW gesendet werden. Auf dem 5,8GHz-Band darf die 25mW-Marke nicht überschritten werden. Bei Verstoß können Strafen in mehreren Hundert / Tausend Euro auf einen zukommen.

Fazit: Drohne selber bauen

FazitAuf den ersten Blick können einen die vielen Informationen, Hinweise und Ratschläge schnell überrennen, sodass die Idee, eine Drohne selber bauen zu wollen, schnell aus dem Blickfeld geraten kann. Doch lassen Sie sich nicht einschüchtern! Auf viele der genannten Beschränkungen (vor allem im Recht) trifft man nur sehr selten. Der Drohnenbau an sich ist mit ein wenig Geschick, das jedoch jeder aufbringen kann, verbunden. Sie sammeln praktisches Technikwissen und steigen in eines der modernsten Hobbys mit Zukunftswert ein! Das Wissen, eine Drohne selber bauen zu können, ist seine Erfahrung Wert und ist für jeden Technik- und/oder Flugbegeisterten sehr zu empfehlen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und Erfolg beim Bau und Flug Ihrer ersten eigenen Drohne!